Altbergbau

Das Land Nordrhein-Westfalen ist sowohl kulturell als auch bergbaulich stark durch den Abbau von Steinkohle, Erzen und Braunkohle geprägt worden. Der Abbau der Bodenressourcen erfolgte in Groß- und Kleinbergwerken, die über die Jahrzehnte in einer vierstelligen Anzahl entstanden und bis zum jetzigen Zeitpunkt größtenteils wieder aufgegeben worden sind. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurden diese Bodenressourcen – aufgrund der technischen Begrenzungen – überwiegend im tagesnahen Bereich durch sogenannte Pingen und oberflächennahes Aufgraben gewonnen. Mit zunehmender bergbaulicher Erfahrung und dem anhaltenden technischen Fortschritt konnte mit der Zeit eine Gewinnung der Ressourcen in größeren Tiefen erfolgen.

Überwiegend durch den tages- und oberflächennahen Bergbau wurden zahlreiche Stollen, Schächte und Abbauflächen nur vereinzelt oder nicht ausreichend wieder verfüllt bzw. gesichert, so dass auch in der Gegenwart und Zukunft weiterhin ein hohes Gefährdungspotential für die Oberfläche durch Setzungen, Senkungen und Tagesbrüche vorhanden sein kann.

Alleine in NRW sind derzeit rund 26.000 verlassene Tagesöffnungen bekannt, sowie in ca. 40 Jahren 2.200 Tagesbrüche durch bergbaubedingte Senkungen an der Tagesoberfläche dokumentiert worden. Die Lage der verlassenen Tagesöffnungen ist zumeist nicht hinreichend bekannt.

Da jedoch die Dokumentation von bergbaulichen Aktivitäten erst im Zuge des „Allgemeinen Berggesetzes für die Preußischen Staaten“ im Jahr 1865 verpflichtend eingeführt wurde, besteht die Möglichkeit, dass der sogenannte „Uraltbergbau“ (Bergbau vor 1865) nicht verzeichnet ist. Diese Umstände sowie der widerrechtlich geführte Bergbau in Notzeiten und während der Weltkriege verlorengegangene Unterlagen führen dazu, dass die Dokumentation der bergbaulichen Aktivitäten nicht vollständig erfasst ist. Vorsichtige Schätzungen unter Einbezug der nicht verzeichneten Tagesöffnungen belaufen sich auf etwa 60.000.

Um jedoch ein durch bergbauliche Aktivitäten unbeeinflusstes, risikofreies Bauen zu ermöglichen, ist diese Kenntnis unabdingbar.

Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger (öbuv SV) der Bezirksregierung Arnsberg garantiere ich sowohl als Privatgutachter als auch als Gerichtssachverständiger für die Unabhängigkeit und die erforderliche Fachkenntnis bei der Beantwortung Ihrer Fragen.

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